Kontrast - Programm
UpScene / Indigo
Seit dem seligen "Einheitsschritt" (ursprünglich als Isecs), hat die elektronische Tanzkapelle Kontrast einen Platz in der Ruhmeshalle von WeiberElectro sicher. Jetzt ist es aber auch mal genug mit dem Gelatsche - nach zehn Jahren ist es Zeit für ein Album. Zehn Versionen von Einheitsschritt ...nein, so ist es nicht. Gleich mit mehreren Stücken zeigen Kontrast, daß dies kein Zufallstreffer war. Natürlich darf der Track nicht fehlen, aber mit den weiteren Schenkelklopfern "Tod...find ich gut", "Der Formulator" und "Todeskünstler" trifft man Nagel und Schauerpoeten auf den Kopf. Mit pfiffigem Zynismus hält man der hundehalsband-tragenden Gruselfraktion den Spiegel vor, auf das sie hoffentlich zu Staub zerfällt. So ne CD ist ja auch viel praktischer, als ständig Knoblauch oder Luftrüssel mit sich rumzutragen. Die Spaß-Tracks sind eindeutig die Schoko-Seite von Kontrast. Die eher 'ernsten' Lieder leiden ein wenig darunter, daß man es heutzutage mit Elektro-Pop schwer hat, ein Gesicht in der Menge zu sein. Nicht zu verlegneuen ist ein Hang zu Kraftwerkscher Rhythmusarbeit und Analog-Liebhaberei, die sie in die Nähe von Welle Erdball rücken. Das Stück "Amerika" sticht wegen seiner spitzen Worte hervor, die aber weniger lustig als bitter wirken, wenn man das rücksichtslose Vorgehen von Marshall Bush kommentiert. Kontrast möchten sicher nicht als reine Spaß-Kapelle verstanden werden - auf jeden Fall sind sie aber ein Treffer, wenn man Spaß sucht. Diese erfrischend sympathische Band verdient Unterstützung.


"Wenn mir vor Pathos die Butter im Kühlschrank zerfließt
Sich jede Zeile verkitscht und klischeehaft liest
Ja dann klingelt meine Kasse
Doch ich lach nur insgeheim
Denn ein Todeskünstler wie ich
Muß ernsthaft sein"